Androgenetische Alopezie oder echte Glatzenbildung bei der Frau bzw. beim Mann liegt vor:
1. bei ungewöhnlich starkem HaarausfallEs gibt viele andere Ursachen für Haarausfall, darunter bestimmte Krankheiten, die Hautbeschaffenheit, Nebenwirkungen von Medikamenten sowie bestimmte Störungen und Erkrankungen. Wenn Sie sich über die Ursache Ihres Haarausfalls Gedanken machen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Der Mensch besitzt im Durchschnitt zwischen 100.000 und 150.000 Kopfhaare. Diese wachsen aus dem Follikel oder der Haarwurzel unter der Haut. Das Haar wird durch Blutgefäße am Grunde des Follikels ‚ernährt’, welche ihm die zum Wachsen notwendige Nahrung liefern. Jedes Haar durchläuft einen Wachstumszyklus, der von dem der anderen Haare unabhängig ist.

Zu jeder Zeit befinden sich ungefähr 90% der Kopfhaare in der Wachstumsphase (Anagen), während die restlichen 10% in der Ruhephase (Telogen) sind. Die Anagene Phase dauert etwa 2 bis 6 Jahre, danach durchläuft der Follikel eine kurze Übergangsphase (Katagen) und tritt in die Ruhephase ein, die zwischen 2 und 4 Monate dauert. Nach der Telogenen Phase fällt das Haar aus und wird ersetzt, wobei das neue Haar wieder mit der Anagenen Phase beginnt. Ein gewisser Haarausfall ist normaler Bestandteil des Wachstumszyklus des Haars – durchschnittlich verlieren wir täglich 50 bis 100 Kopfhaare.
Etwa 95% aller Fälle von Haarausfall bei Männern sind durch androgenetische Alopezie bedingt. Sie tritt bei 25% der Männer noch vor dem 30. Lebensjahr auf und bei schätzungsweise 60% der Männer über 50 Jahre. Die Ursachen der androgenetischen Alopezie sind immer noch nicht völlig geklärt, wenngleich, wie die Bezeichnung nahe legt, weithin angenommen wird, dass sowohl hormonelle (androgene) als auch genetische Ursachen eine Rolle spielen. Von den zahlreichen Hormonen, die auf das Kopfhaar wirken, ist der Einfluss der Androgene am stärksten.
In der Pubertät sind Testosteron (T) und sein noch wirksameres Derivat Dihydrotestosteron (DHT) für die Vergrößerung der Follikel bei Bart- und Achselhaaren verantwortlich. Später im Leben jedoch sind dieselben Androgene (vor allem DHT) für die Verkleinerung der Follikel in der Kopfhaut verantwortlich – je länger der Follikel dem DHT ausgesetzt ist, desto kleiner wird er, das Haar selbst wird kürzer und dünner.
Die Anagene Phase (Wachstumsphase) verkürzt sich, d.h. mehr Haare fallen aus. Findet keine Behandlung statt, geht diese Entwicklung weiter, die Follikel werden immer kleiner und einige sterben möglicherweise ab.

Die androgenetische Alopezie tritt bei etwa 50% der Frauen nach dem 40. Lebensjahr auf. Untersuchungen belegen, dass sie bei bis zu 75% der Frauen über 65 Jahre vorkommt. Die androgenetische Alopezie äußert sich bei Männern und Frauen unterschiedlich. Der typische Haarausfall bei Frauen ist eine allgemeine Ausdünnung der Haare vorwiegend auf der Oberseite des Kopfes und an den Seiten.
In den Wechseljahren haben viele Frauen den Eindruck, dass ihre Haare dünner werden, was auf Veränderungen des chemischen Dihydrotestosteron-(DHT)Spiegels der Kopfhaut zurückzuführen ist. Je länger der Follikel dem DHT ausgesetzt ist, desto kleiner wird der Follikel und das Haar selbst wird kürzer und dünner.
Die androgenetische Alopezie bei Frauen führt selten zu einer Voll- oder Halbglatze wie bei den Männern, da die Follikel bei den Frauen nicht absterben. Somit besteht, wenn man Hilfe in Anspruch nimmt, die Möglichkeit, dass das Haar wieder wächst.
Die einzige Lösung zur Vermeidung des zunehmenden Haarausfalls ist die Prävention mithilfe von Behandlungen. Zu diesem Thema können Sie auch die im Kapitel über die Behandlungen angeführten Angaben nachlesen.
Klassifizierung der Glatzen
Wir verlieren Haare in verschiedenen Zonen der Kopfhaut. Die Zonen, die am anfälligsten für die Verdünnung sind, sind die Schläfen, die Scheitelregion und der Hinterkopf. In der Regel betrifft Haarausfall mehrere Zonen.
Die Ausfallmuster der Haare sind bei Mann und Frau unterschiedlich. Bei der Frau beobachtet man in der Tat eine über die gesamte Oberfläche der Kopfhaut verteilte Haarverdünnung. Die Mess- und Klassifizierungsskala der Glatzenbildungsmodelle bei der Frau heißt "Ludwig-Mess-Skala".
Diese Modelle sind interessant, weil sie das Verständnis fördern, dass Haarausfall einem vorhersehbaren Schema folgt.
THE NORWOOD/HAMILTON SCALE
THE LUDWIG SCALE
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